Das Gebäude in der „Oberen
Holdergasse 2“ ist ein stattliches Anwesen,
das bei dem Stadtbrand von 1693 im Jahre 1706 auf
dem alten Sockel wieder aufgebaut wurde. Besonders
auffällig ist eine barocke Engelsfigur über
dem Türrahmen am Hauseingang die auf den Besitzer
nach dem Stadtbrand, dem Spezialsuperintendant (Dekan)
Philipp Jakob Schlotterbeck hinweist.
Am 12. Mai 1896 hatte Jäger das "K.
Breitenbücher'sche Wohnhaus bei der Stadtkirche" erworben
und darin eine Ölhandlung eröffnet. Jäger
handelte mit Mohnöl, Leinöl, Lampenöl
(für Nachtlichter), und Maschinenöl.
Friedrich Jäger baute Ende Januar 1907 seine Ölhandlung in
der Oberen Holdergasse 2 zu einer neuen Ölmühle aus. Friedrich
Jäger starb 1946, worauf zunächst seine Witwe und seit 1950
der Sohn Rudolf die Ölmühle weiterführte. Einzelne Arbeiten,
wie das Quetschen von Ölsaaten und der Ölhandel, wurden erst
Mitte der siebziger Jahre eingestellt.
Fritz Jäger, der Sohn Rudolfs Jägers, war seitdem darauf bedacht,
die von seinem Großvater eingerichtete Ölmühle möglichst
vollständig und betriebsfähig der Nachwelt zu überliefern.
Auch der damalige Bürgermeister Heinz Georg Keppler setzte sich
mit Vehemenz für den Erhalt der Ölmühle ein.
Ein Besuch des technischen Kulturdenkmals lohnt
sich allemal.
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